Von Thea König
Sie liegt über mir wie die Schwerste Gewichtsdecke, die es gibt. Sie umhüllt mich und im Gegensatz zur Decke durchdringt sie mich und füllt mein Inneres. Sie lässt mich kaum etwas anderes fühlen. Motivation. Freude. Hingabe. Aufregung. Nichts. Alles weg. Und das was bleibt ist Trauer, Depression und Wut.
Ich kann nicht einmal sagen, worum ich gerade Traure, denn sein wir ehrlich ich habe eine große Auswahlmöglichkeit und meistens sind die ganzen Sachen auch noch mit so hauchdünnen, aber unglaublich Starken Fäden verbunden.
Ich will doch nur die Dinge tun, die mir gut tun. Die auf die ich mich seit Monaten freue und doch schaffe ich es einfach nicht mich hinzusetzten und anzufangen. Ich kann nicht einmal sagen warum genau es ist so ein: Meh. Und das obwohl es etwas ist, wofür ich brenne und worauf ich mich freue. Sicher hab ich auch ein bisschen Bammel, wer nicht, aber vor Jugendlichen zu sein und denen zu verklickern, dass sie selbst gar nicht so scheiße sind, wie sie glauben ist voll mein Ding.
Und ich bin genervt, da mich diese Trauer nun schon seit Jahren begleitet. Schlimmer als der treuste Hund sein könnte. Selbst mit Tierhaarallergie. Den könnte ich wenigstens knuddeln und er würde versuchen mich zu trösten.
Und immer wenn ich glaube, ich habe gerade einen Fortschritt gemacht, zieht mich die Nächste Katastrophe herunter. Entweder eine von den schon vorhandenen oder es kommt etwas neues dazu, da ich ja noch nicht genug mit dem zutun habe, was schon da ist.
Einfach mal eine Pause. Eine gute Zeit. Aber vielleicht würde mich dann die Tiefe zu hart treffen. Nach dem Motto: So ist der Unterschied nicht so groß. Aber ich hätte Zeiten zum Zurückblicken und zum Hinarbeiten.
Also kuschel ich mich in eine echte Decke, traure um alles, was mir gerade in den Sinn kommt und kämpfe gegen alte, destruktive Verhaltensmuster, die zumindest durch meine Körperliche Einschränkung eingeschrenkt sind.
Trauer geht angeblich in Phasen. Und ich denke es stimmt. Aber ich denke auch, dass ich in unterschiedlichen Trauerprozessen gleichzeitig stecke und somit die Phasen überlappen. Was bedeutet, dass es nie ein nicht darin sein gibt. Sondern nur ein „Wow. Ich liege nur unter 3 Meter Trümmer, nicht 10. Jay.“
Wie dem auch sei: Kuschelt euch gut ein. Sagt, denen die ihr liebt, dass ihr sie liebt und trauert, wenn es etwas zum Trauern gibt. Denn so nervtötend sie auch ist. Gegen sie zu kämpfen hilft nicht. Oder um es nach Jugendfreizeit slang zu sagen: „Wir können nicht links vorbei. Wir können nicht rechts vorbei. Wir können nicht oben drüber. Wir können nicht unten drunter. Wir müssen durch. Mitten durch.“


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