Von Thea König
Ich meine es Ernst. Liebeskummer ist scheiße und solangsam kann ich nicht mal mehr sagen, dass es was bringt. Am Anfang kann man ja noch sagen: „gut ich Traure um das was ich verloren habe“ und dann vergeht zeit und im besten Falle wird die Trauer schwächer, man lernt weiterzuleben und vorallem „to moving forward/on“ mir fällt kein deutscher Wortlaut ein, der es treffend beschreibt.
Aber 2 Jahre, 3 Monate und ein paar zerquetschte Tage später sitze ich immernoch hier und es fühlt sich überhaupt nicht so an, als würde der Schmerz mich irgendwo hinführen. – Außer in die Vergangenheit natürlich. Und ich verstehe, dass es komplizierter ist, da die Umstände sehr unschön waren. Da es kein Ende gab, sondern ein „plötzlich weg und keine Antworten“. Aber wie lange muss ich denn noch da sitzen und darauf warten, dass er zurück kommt in dem Wissen, dass das nicht geschehen wird, denn niemand verschwindet über Nacht, meldet sich zwei Jahre nicht und taucht plötzlich wieder auf, ganz davon abgesehen, dass er keine Ahnung hat, wo ich jetzt wohne. Da wäre schon einiges an Initiative notwendig. Nicht unmöglich, aber auch nicht mal eben spontan entschieden.
Und immernoch Liebeskummer zu haben, obwohl man schon weiß, dass die Person wohl nicht die ist, mit der man alt werden will, ist einfach grausam. Wobei der Teil mit dem „nicht zusammen alt werden“ nur bedingt stimmt. Denn wenn die Vergangenheit aufgearbeitet werden könnte, eine Änderung beim anderen da wäre und eine Verlässlichkeit entstehen würde, dann würde sich das dumme Herz natürlich eine Zukunft wünschen. Egal wie unwahrscheinlich das auch sein mag.
Ich bin es leid, ständig von möglichen Szenarien zu phantadieren, in denen wir uns zufällig begegnen. Szenen in denen er, aus einem mir unverständlichen Grund in die Bahn einsteigt, anstatt Fahrrad zu fahren, oder wir uns irgendwo in dieser verdammt großen und doch so kleinen Stadt über den Weg zu laufen.
Was bringt mir Tag täglich der Schmerz des Verlusts? Was bringt es mir ständig unsere letzten Tage durchzuratten und alles was mir über dritte mehr oder weniger mitgeteilt wurde.
WAS BRINGT ES? Außer Schmerz?
Ich sehe Fortschritte. Immerhin bin ich von Verteidigend-Verständnisvoll zu Wütend-Teiverständnisvoll gekommen. Wobei ich die ersten Monate auslasse in denen ich vor Angst einfach nur fast gestorben wäre, da ich nicht wusste, was mit ihm war. Ob er schwer Krank ist, einen Unfall hatte, oder was verdammt nochmal geschehen ist.
Ich will mich einfach auf die Zukunft fokussieren und das was auch immer ich aus dem hier gelernt habe werde ich mit nehmen, aber solangsam reicht es einfach. Ich weiß, dass ich weder jetzt noch in der nahen Zukunft (Ja, ja ich weiß keiner weiß was kommt…) eine Beziehung anfangen könnte, aber ich habe auch so gar keine Lust und Kraft mehr um etwas zu Trauer, was sich kaum noch verändern wird. Ich werde vermutlich nie Antworten auf meine tausend Fragen bekommen. Denn so wahrscheinlich es sein sollte, dass man jemandem, der ca 10 bis 15 Minuten entfernt sein muss (wobei ich nur den Statdtteil kenne in den er ziehen wollte und keine Ahnung habe, ob er vielleicht nochmal umgezogen ist) begegnet, ist es mir in den letzten Jahren, die ich bereits hier wohne nicht passiert. Also warum sollte ich darauf warten? Also Gefühle: Warum soll ich noch warten?
Aber wie hört man denn nur auf jemanden zu lieben? Den ersten Mann, den man aus freien Stücken angefangen hat zu lieben? Ich habe keine Ahnung.
Hier meine Heartbreak Playlist:


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