Von Thea König

Ich finde es immer schwierig jemanden, den ich noch nicht kenne, kennenzulernen. Nicht da ich diese Personen nicht mag, sondern primär aus Unsicherheit und oder Ängsten

Oft lerne ich diese Personen nicht persönlich kennen. Ich laufe nicht auf der Straße entlang und knalle in eine Person. Es ist eher ein anstupsen, oder eine Bemerkung von jemandem den ich schon kenne und das was mir am häufigsten passiert ist, dass ich einen Namen lese (In einem Buch oder komplet unabhängig) und dieser Name einen Nachhall auslöst. Ein Gefühl von „Da ist was“. Ich kann es wirklich nur ganz schwer beschreiben, was diese Namen in mir auslösen. Und das ist die Unsicherheit. Gehört der Name wirklich zu einer Persönlichkeit? Gefällt mir einfach der Name? Kann da wirklich noch jemand sein? oder seit dem ich weiß, dass ich nicht alle kenne ein: Wird es real? Kommt jetzt wieder das Chaos? Welche Funktion steckt in dieser Person? Ist sie konstruktiv oder destruktiv? Welche Traumata stehen hinter dieser Person? Traumata, die ich noch gar nicht kenne? Wie viel Schmerz werde ich mich stellen müssen? Was bedeutet das jetzt?

Und am Ende ist es komplett unterschiedlich. Bei manchen habe ich nie mehr als den Namen erfahren, bei anderen ist das pure Chaos ausgebrochen, andere haben sich recht leicht eingefügt. Manche sind konstruktiv, andere destruktiv. Und ich versuche im Hinterkopf zu behalten, dass jeder von ihnen seine Berechtigung hat. Was auch der Grund dafür war, dass wir die Celebration Days eingeführt hatten. Soetwas wie ein Geburtstag, ein Tag an dem wir an die Person denken und anerkennen, dass sie da sind und ihren Beitrag leisten, dass wir noch da sind.

Und dennoch liege ich in diesen Momenten oft da und denke nur: NEIN, NEIN, NEIN. Versuche zu ignorieren, was sich anbahnt und grübel entweder darüber nach, ob das nun echt ist, oder nur ein Irrtum. Und meistens lässt sich das nicht in diesem Moment klären. Es braucht Tage bis Monate, vielleicht sogar Jahre um Sicherheit un Vertrauen zu schaffen. Je nachdem, wie viel man erfährt und miterlebt. Wie stark die Gefühle sind. Und am Ende bleibt immer der Gedanke: Wir sind noch mehr, als zuvor geschätzt. Vorallem, wenn man einen Namen erfährt und dem Gefühl folgt, die Person als konstruktiv schätzt und versteht, dass diese Person nicht eine derer ist, dessen „Schatten“ man schon kennt. Die, die man schon einrechnet, da man weiß, dass da jemand ist, aber nicht weiß wer oder wie viele. Aber diese Person ist noch eine Extra. Noch mehr, als erwartet. Unvorbereitet. Und freude, wenn diese Person ein Herzensmensch wird. Und immer Trauer, da wir wissen, dass jeder zukurz kommen wird. Unser leben wird nie genug für uns alle sein. So viele Träume werden unerreichbar bleiben. Nicht, da sie unmöglich sind, sondern da wir nur einen Körper haben und es dadruch unmöglich wird.

Die Trauer, dass wir uns einen Körper, ein Leben teilen müssen. Und der Wunsch, dass jeder seinen eigenen bekommt, damit jeder sein Leben leben kund seine Träume und Wünsche verwirklichen kann.
Aber das ist nicht machbar. Unmöglich. Und somit versuche ich ruhig und offen zu bleiben, für alle, die sich mir noch offenbaren. Denn sich zu zeigen ist ein Vertrauensbeweis. Und auch wenn ich daliege und mir denke: Dafür habe ich gerade echt keine Kraft. Möchte ich „Neue Persönlichkeiten“, die meistens schon Jahre, Jahrzehnte und oft länger als ich da sind, eine faire Chance geben. Denn am Ende werden wir ein Team sein müssen. Uns ein Leben teilen. Aber garantiert nicht eins sein.


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