Von Thea König

Triggerwarnung bzgl. Wer bestimmt, wenn ich nicht kann.

Ich denke, dass dieses Angst- und Szenariodenken eine Traumareaktion ist und es hilft mir das zu wissen, aber ich kann das Denken dennoch nicht stoppen. Es ist die Art von Gedanken, die sich festkrallen und mit aller macht dein Denken einnehmen.

Es überfällt mich in unregelmäßigen Abständen, aber lange sind sie nie weg. Seit ein vielleicht einem Jahr, oder vllt auch seit ich in dieser WG wohne, das wären 1 1/2 Jahre, ist es fast immer die Gedanken, was wäre wenn…

… ich nicht mehr ansprechbar wäre und jemand anderes Entscheidungen für mich treffen müsste. WER wäre das? Denn legal betrachtet wären das meine „Eltern“, doch weiß ich mit absoluter Sicherheit, dass ich nicht möchte, dass sie noch eine einzige Entscheidung für mich treffen. Schon gar nicht, wenn ich keine Möglichkeit habe zu Wiedersprechen. Ich vertraue ihnen nicht und es hat ein zu Großes Trauma Gefühl mitschwingend.

Das hat mich auch dazu gebracht zumindest einen Zettel in meinen Geldbeutel zu legen, in dem steht, dass meine nächsten angehörigen, mein älterer Bruder und meine beste Freundin sind. Und dass meine „Eltern“ keine Entscheidungsmacht haben. Der Papierfetzen war eher eine Nacht und Nebel Panik Aktion. Doch eine Patientenverfügung ist etwas, das ich niemandem aufzwingen wollen würde. Schon gar nicht meiner besten Freundin. Ich weiß, dass das bei ihr Traumagefühle auslösen könnte und sehr wahrscheinlich würde, weshalb ich auch in dem Brief geschrieben hatte, dass mein Bruder mit ihr reden könnte, aber er die finale Entscheidung treffen müsste. Ich glaube einfach, dass in meinem gesamten Umfeld er die Person wäre, der ich am meisten Vertrauen und diese Entscheidung zutrauen würde. Und dennoch vergesse ich es stetig mit ihm darüber zu reden.

… ich sterben würde. Wer wäre mein Erbe? Eigentlich ist es das gleiche Dilemma. Rechtlich sind meine „Eltern“ wieder die Haupterben und mein Bruder sekundär. Und wieder WILL ich nicht, dass meine „Eltern“ MEINE PERSÖNLICHEN Dinge haben. Juhu Traumagefühl. Ich fänds okay, wenn sie ein paar Andenken erhalten, aber nicht alles und schon gar nicht diese wirklich persönlichen Dinge, wie z.B meine Notizbücher, meine Kleidung, Fotoalben eine Box mit Andenken. Oder auch Dinge, die nicht mir gehören. Lunas Sachen. Ich will nicht, dass meine „Eltern“ die Sachen meiner Tochter erhalten würden. (Für neu Leser, Luna ist eine Kinder-Persönlichkeit, als im Fall des Körpertodes, wäre sie auch Tod. – ein unschöner Satz über die eigene Tochter – brrr.)

Meine „Eltern“ sind zwar keine Fremden für sie, aber auch keine gute Erinnerung. Sie sind nicht ihre Eltern und auch keine Großeltern, sie nicht ja nichteinmal meine Eltern. Ich habe nur keine Ahnung, wie ich sie sonst bezeichnen kann, außer mit Vornamen, aber das mache ich sicherlich nicht Online.

Und irgendwie ist das hier auch eine Art absicherung. Zumindest irgendwo meinen Willen festgehalten zu haben. Denn mein Kopf funktioniert auf Katastrophen Vorbeugen, denn alles ist Angsterfüllend. Besonders das, was das gleiche Ausgeliefert sein hervorruft, wie Traumata zuvor.

In diesem Sinne,

ich hoffe, ihr seid nicht am durchdrehen.

Alles Liebe,

Thea König


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