Thea König

Chronisch Krank zu sein ist der schlimmste und anstrengenste Job den sich jemals Jemand ausgedacht hat, denn es gibt kein Entkommen. Ich kann nicht irgendwann nach Hause gehen und versuchen abzuschalten. Es gibt keinen Urlaub, keine Arbeitskolegen, kaum Spaß. Oh und das schlimmste: ich hab mir den Job nicht ausgesucht und habe keine Chance zu kündigen.

Es ist als hätte ich einen Vertrag unterschrieben, der es meiner Arbeit erlaubt, mein ganzes Leben zu bestimmen. Und das auf Lebenszeit. Nur, dass ich nie unterschrieben habe. Ich habe mir das hier nicht ausgesucht. Ich war nie damit einverstanden!

Ich arbeite für diese Krankheit seit drei Jahren 24/7, ohne Pause daran, dass mein Leben sich verbessert, ich eine gute Behandlung bekomme und es ist keine Besserung, kein Ende oder auch nur eine Pause in Sicht.

Es gibt keine Zeit sich zu Erholen oder Kraft zu schöpfen, denn Teil der Krankheit ist, dass man sich nicht erholen kann. Weil erholen auch kraft zieht. Weniger, als nicht erholung, aber leider nicht Null. Denn man atmet, liegt nicht komplett still und selbst Denken verbraucht Energie.

Und alles was ich gerade will ist weinen und schreien, aber Überraschung: das ist auch anstrengend und verbraucht Energie. Also besteht mein Leben aus abwägen. Wie viel Kraft gibt es mir? Wie viel zieht es? Ist es notwendig? Tut es meiner Psyche gut? Möchte ich es trotzdem tun? Wie viel Energie habe ich noch übrig?


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